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Das Jubiläumsjahr 2017 - 200 Jahre Fahrrad

Das Fahrrad. Eine Erfindung aus Baden-Württemberg.

Baden-Würt­tem­berg ist das Land der Erfin­der, Tüft­ler und Den­ker. Vor allem in Sachen Fort­be­we­gung radelt das Bun­des­land vorne weg. Das Auto­mo­bil hat hier sei­nen Ursprung und auch das Fahr­rad wurde im Süd­wes­ten Deutsch­lands erfun­den: Am 12. Juni 1817 fuhr Karl Drais erst­mals auf einer Lauf­ma­schine (Draisine) durch Mann­heim. Die Lauf­ma­schine gilt als die Urform des Fahr­rads.

Heute – nach fast 200 Jah­ren – ist das Fahr­rad welt­weit das am meis­ten genutzte Trans­port­mit­tel und ein zen­tra­les Ele­ment für die Ent­wick­lung einer nach­hal­ti­gen und zukunfts­fä­hi­gen Mobi­li­tät. Grund genug also, den 200. Geburts­tag die­ser baden-würt­tem­ber­gi­schen Erfin­dung mit zahl­rei­chen Part­nern im gan­zen Land, über meh­rere Monate hin­weg und mit vie­len Aktio­nen gebüh­rend zu fei­ern!

Das Hungerjahr 1816 führte 1817 zur Jungfernfahrt der Laufmaschine

 Die Lauf­ma­schine

Die Lauf­ma­schine

stellt die Ur-Form des Fahr­rads dar. Durch den Vor­trieb mit den Bei­nen ermög­lichte es eine dem Pfer­de­ritt ver­gleich­bare Mobi­li­tät. Bildquelle: Archiv Dr. Fried­mann

1816 war das Jahr ohne Som­mer. Grund: der Aus­bruch des Vul­kans Tam­bora im heu­ti­gen Indo­ne­sien. Die­ser hatte fatale Fol­gen für das Klima in Europa und brachte nied­rige Tem­pe­ra­tu­ren, Hagel­schlag, Dau­er­re­gen und Über­schwem­mun­gen. Mis­sern­ten, Hun­ger­s­nöte und extreme Teue­run­gen von Lebens­mit­teln folg­ten, die Fut­ter­mit­tel­knapp­heit führte zu einem mas­sen­haf­ten Pfer­dester­ben.

Aus die­ser Not her­aus erfand der gebür­tige Karls­ru­her Karl Drais (1785-1851) im Jahr 1817 die „Drai­sine“, auch Lauf­ma­schine genannt und Ur-Form des heu­tige Fahr­rads. Diese Ur-Form hatte keine Pedale, ähn­lich dem Lauf­rad für Kin­der, der Vor­trieb erfolgte mit den Bei­nen, ein beque­mer Sat­tel und eine beweg­li­che Lenk­stange sorg­ten für die Balance.

Die erste offi­zi­ell über­lie­ferte, von den dama­li­gen Medien und einem stau­nen­den Pub­li­kum beach­tete „Jung­fern­fahrt“ erfolgte am 12. Juni 1817 in Mann­heim. Nach­dem Drais lange getüf­telt und pro­biert hatte, wagte er an jenem Tag eine Tour von sei­nem Wohn­haus in den Mann­hei­mer Qua­dra­ten zum etwa sie­ben Kilo­me­ter ent­fern­ten Schwet­zin­ger Relais­haus (heute Mann­heim-Rheinau). Für seine Jung­fern­fahrt (hin und zurück) benö­tigte er eine knappe Stunde, das ent­spricht einer Durch­schnitts­ge­schwin­dig­keit von etwa 15 Kilo­me­ter pro Stunde. Eine durch­aus bemer­kens­werte Leis­tung, denn immer­hin wog sein sper­ri­ges und noch mit metall­be­schla­ge­nen Holz­spei­chen­rä­dern aus­ge­stat­te­tes Lauf­rad satte 22 Kilo­gramm.

Quellenangaben:

* Minis­te­rium für Ver­kehr und Infra­struk­tur Baden-Würt­tem­berg (Hrsg.) (2016): RadSTRATEGIE Baden-Würt­tem­berg – Wege zu einer neuen RadKULTUR für Baden-Württemberg. Stutt­gart

* Nuhn, Hel­mut / Hesse, Mar­kus (2006): Ver­kehrs­geo­gra­phie. Pader­born

* Hadland, Tony / Les­sing, Hans-Erhard (2014): Bicy­cle Design: An Illus­tra­ted His­tory. Cam­bridge